Ob Geh-Behinderung oder nicht: Dass auch unsere Schüler*innen sich im Schnee zuhause fühlen und die Pisten runterbrettern können, beweist das Ski-Angebot der AFS. In Folge ein kleiner Rückblick auf die Fahrt vom 28.01. - 03.02.2018 nach Unterjoch im Allgäu.

Die Mannschaft ist schnell durchgezählt: 3 Schülerinnen und 3 Schüler, davon 4 Rollstuhlfahrer*innen. Mit dabei: die beiden Lehrer Herr Denker und Herr Wilhelm, Frau Dörnte als  Physiotherapeutin, Frau Waltermann als Leiterin der Pflegeabteilung, FSJ-lerin Natalie und als Ehrenamtler Bernd Mölich, der seit vielen Jahren die AFS-Skifahrt unterstützt. So hält er als "Schraubwart" das Ski-Equipment in Schuss, fährt selbst im Skigerät mit und kümmert sich um die Skigerätefahrer, die selbständig im Mono-Skigerät dahingleiten können. 

Etwas Melancholie kommt auf: Es ist die letzte größere Reise mit dem alten AFS-Schulbus, der in verdiente Rente geht und durch ein neues Automobil ersetzt wird.

Mit dem AFS-Bus und einem Mietwagen führt es das Ski-Team auf eine 8-stündige Fahrt ins 600km entfernte Allgäu. Die Stimmung ist gut und wird auch die Folgetage ausgelassen bleiben. Alle Schüler*innen finden -obwohl sie aus untersch. Jahrgangsstufen (JGS. 7 - EF) stammen- schnell zusammen. Es vereint sie der Spaß an den Ski-Abenteuern, die sie jeden Tag erleben, sodass eine angenehme Gruppendynamik die Reise bestimmt. so kommt es nicht von ungefähr, dass einige Schüler*innen zum 2. Mal und andere sogar bereits zum 4. Mal teilnehmen. Ganz klar: Der Fun-Faktor macht süchtig.

Auch abseits der Piste ist für Unterhaltung und Wohlfühlfaktor gesorgt: Das Gästehaus verfügt über ein Schwimmbad und eine Kegelbahn; zudem gestaltet die Reisegemeinschaft Spieleabende und alljährlich einen bunten Abschlussabend - den die Schüler*innen auch dieses Jahr wieder komplett alleine vorbereitet haben.

Wie so ein typischer Tag im weissen Schnee aussieht, verrät Sportlehrer Herr Wilhelm: "Wir treffen uns um 8 Uhr zum gemeinsamen Frühstück bei Semmeln und Kaffee, bevor es gegen 09.15 / 9.30 Uhr in den Skikeller geht. Beim Parkplatz steigen alle auf ihre Skier bzw. in ihren Mono-Skier. Da das Haus direkt an der Piste liegt, können wir direkt loslegen. Zunächst stehen Aufwärm-Übungen auf dem Programm, dann geht es für gut zwei Stunden auf die Piste. Als alljährliches Morgenritual fahren wir gemeinsam an den Lift und begrüßen aufs Herzlichste das Personal. Das gibt in der Regel ein fröhliches Wiedersehen, da die Angestellten dort die AFS nun schon seit Jahren kennt und entsprechend auch auf unsere Bedürfnisse eingestellt ist. 'Da sind sie wieder: Die verrückten Kölner.' Kölle Alaaf!"

Neben dem herzlichen Empfang, entpuppt sich auch das Skigebiet als perfekt geeignet: Es bietet einen Anfängerhang mit einer geeigneten Länge und unterschiedlichen Steigungen. Für die Fortgeschrittenen wartet ein langer Lift zu mehr herausfordernden Abfahrten. So verbringen die Jugendlichen die Zeit auf blauen und roten Pisten.

Wilhelms Eindruck vom diesjährigen Durchgang ist, dass die Schüler*innen ihre Technik verbessert haben und sich mehr zutrauen. Als Beispiel nennt er Annika, die "gefühlte 240 - 280 Mal" den Hang in Begleitung runtergefahren ist, denn das Skigerät lässt sich per Gurt mit einem Lehrer dahinter verbinden, der im Zweifelsfall mitlenkt und bremst. Dieses Mal jedoch schafft die Schülerin die Abfahrt komplett alleine: Fahrt aufnehmen, Bremsen, in Kurven gehen, das Umfeld im Blick haben. Sie zeigt sich am Ende selbst überascht von ihrer tollen Leistung. usw. Und sie ist in guter Begleitung: Auch Jannik ist das erste Mal komplett alleine runtergefahren.

All diese tollen Erlebnisse prägen sich ein, machen stolz und lassen auch das Hinfallen nur als Auftakt zum nächsten Weiterfahren werden. Es ist die Begeisterung für das Skifahren, die die Fahrgemeinschaft jahrgangsübergreifend verbindet. Sie berichten einander von ihren wildesten Stürzen, ihren jüngsten Fortschritten, neuesten Begegnungen, Beobachtungen und Erlebnissen unter freiem Himmel. All das weckt eine Begeisterung, so Wilhelm, die in dieser Intensität nur selten im Alltag gelingt.

"Gerade für unsere Schülerinnen und Schüler bietet der Skisport so viel. Im Rollstuhl bewegst Du Dich nur zweidimensional - also geradeaus, links und rechts. Beim Skigerät kann das Gefährt im Gegensatz zum Rollstuhl auch seitlich kippen, sodass Du ganz anders in die Kurve gehen und unmittelbar Fliehkräfte erfahren kannst."

Für ihn steht fest, dass die AFS auch in Zukunft Ski-Erfahrung anbieten wird und das nicht nur einmal jährlich: So ist die Skihalle Neuss ein regelmäßig gesetztes Ausflugsziel - 1x im Monat mit wechselndem Personal & Schülerschaft.

 

Interessierte AFS-Schüler*innen halten am besten Ausschau nach dem Aushang für Skifahrt 2019.

 

Eindrücke von der Skifahrt 2018 in der Galerie:

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Links:

Ski-Fahren an der AFS

Sport an der AFS

 

Text: KAP

Bildcredits: DÖRNTE / AFS

 

 

 

 

 

 

 

 

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